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Haben Sie die richtigen Zusatzversicherungen?

 

Mehr als 80 Prozent der Versicherten in der Schweiz ergänzen die Leistungen der obligatorischen Krankenversicherung mit privaten Zusätzen. Wer sich beraten lässt, findet heraus, was sinnvoll ist - und was nicht.

Im Gegensatz zur Grundversicherung sind die Leistungen in den Zusatzversicherungen von Kasse zu Kasse verschieden. Auch die Pflicht, jeden Kunden aufzunehmen, gibt es in der Privatversicherung nicht. Die Kassen können es ablehnen, jemanden in eine Zusatzversicherung aufzunehmen: aus Gesundheits- oder Altersgründen oder auch einfach so. Sie können die Prämien risikogerecht, abgestuft nach Alter und Geschlecht, gestalten und Vorbehalte anbringen.
Zusatzversicherungen, wie sie heute von den Krankenkassen angeboten werden, lassen sich in zwei Kategorien unterteilen: in ambulante Zusatzversicherungen und in Spitalversicherungen.

1. Ambulante Zusatzversicherungen

Diese ergänzen die obligatorische Grundversicherung nach persönlichen Bedürfnissen. Beispiele sind Zusätze für Alternativmedizin, für Nicht-Pflichtmedikamente oder für Psychotherapien durch Psychologen ohne ärztliche Ausbildung. Die Kosten für populäre alternative Methoden – Homöopathie, anthroposophische Medizin, Neuraltherapie, Phytotherapie und traditionelle chinesische Medizin – waren seit Juli 2005 nicht mehr im Leistungskatalog der Grundversicherung enthalten.

Seit 1. 1. 2012 bis vorerst 2017 sind diese Behandlungsmethoden wieder in der Grundversicherung enthalten. Nach heutigem Stand werden sie auch nach 2017 Bestandteil der Grundversicherung bleiben, die Details müssen aber noch geklärt werden.
Privat versichern lässt sich beinahe alles, was im Bereich der Gesundheitspflege und Gesundheitserhaltung denkbar ist:
• Massnahmen zur Gesundheitsvorsorge (etwa das Abo fürs Fitnesscenter)
• Bade- und Erholungskuren
• Hauskrankenpflege und Haushalthilfen
• Brillen und Kontaktlinsen
• Notfall- und Verlegungstransporte sowie Rettungs- und Bergungskosten
•  Kosten für Zahnbehandlungen, Zahnstellungskorrekturen und Massnahmen der Kieferchirurgie
• Behandlungen im Ausland.

Die Angebote der Versicherer sind nicht einheitlich. Vielfach kann man Zusätze in Form von ganzen Paketen abschliessen. Paketangebote können individuell sinnvoll sein, vor allem weil die Prämien in der Regel relativ günstig sind. Allerdings sind die Leistungen normalerweise auf einen Maximalbetrag im Jahr beschränkt. Trotzdem sollte man vor dem Abschluss einer Zusatzversicherung die Leistungen anhand der Liste der übernommenen Methoden und Therapien sorgfältig prüfen und sich jeweils vor dem Beginn einer Therapie die Kostenübernahme schriftlich bestätigen lassen.

2. Spitalzusatzversicherungen

Spitalzusatzversicherungen übernehmen Kosten für stationäre Leistungen. Sie sind in der Regel ziemlich teuer. Das Preis-Leistungs-Verhältnis will gut überlegt sein. Zur Wahl stehen drei Varianten:

Allgemeine Abteilung ganze Schweiz: Auf 1. Januar 2012 wurden einige Neuerungen eingeführt, was den stationären Aufenthalt im Spital betrifft: Aus der Grundversicherung werden die Kosten der Behandlung und des Aufenthaltes in der allgemeinen Abteilung eines Spitals vergütet. Dabei kann man frei unter allen Spitälern in der Schweiz wählen, die auf einer kantonalen Spitalliste stehen. Vergütet wird aber nur der Betrag, der auch im eigenen Kanton gezahlt werden müsste. Das kann zu Kosten führen, die man selber berappen muss.

Halbprivate Abteilung ganze Schweiz: Damit hat der Versicherte Anspruch auf die Bezahlung eines Zweibettzimmers. In den öffentlichen Spitälern ist in der Regel der Oberarzt für die Behandlung zuständig. Dieser Zusatz ist eher teuer. Zudem gibt es in den öffentlichen Spitälern heute viele Zweibettzimmer. Der Mehrwert zur Grundversicherung besteht vor allem in der freien Arztwahl. Aber auch diese ist nicht immer garantiert. Prüfen Sie auf jeden Fall die angebotenen Prämiensparmodelle (Selbstbehalt, Spitallisten, Bonusmodell).

Private Abteilung ganze Schweiz: Der Versicherte hat Anspruch auf die Bezahlung eines Einbettzimmers. In den öffentlichen Spitälern ist in der Regel der Chefarzt für die Behandlung der Privatversicherten zuständig.

Das Flexmodell (die flexible Spitalabteilungsauswahl) ist eine sinnvolle Alternative zu den teuren Halbprivat- und Privatversicherungen. Es räumt dem Patienten die Möglichkeit ein, sich erst kurz vor dem Spitaleintritt zu entscheiden, auf welcher Abteilung er sich behandeln lassen will. Bei einem schweren Eingriff etwa kann er den Komfort eines Privatzimmers und die Leistungen des Chefarztes beanspruchen, bei einem kurzen Spitalaufenthalt sich dagegen für die Pflege in der allgemeinen Abteilung entscheiden. Die Wahlfreiheit bezahlt er mit einer Prämie. In der allgemeinen Abteilung fällt in der Regel kein Selbstbehalt an, in der Halbprivat- und in der Privatabteilung beteiligen sich die Versicherten an den zusätzlichen Kosten.

Auch in der Privatversicherung bieten die Kassen den Kunden Sparmöglichkeiten. In einzelnen Zusatzversicherungen kommt etwa das Bonus-Malus-System zur Anwendung, wie wir es von der Autohaftpflichtversicherung kennen. Tiefere Prämien erhält man, wenn man den Selbstbehalt erhöht.
Sparen kann man auch mit dem Wechsel von der Privat- zur Halbprivatversicherung, nimmt dabei aber einen Leistungsabbau in Kauf. Und die Kassen haben die Möglichkeit, den Wechsel abzulehnen. Sollte dies geschehen, lohnt es sich, eine Lösung auf der Verhandlungsebene anzustreben.